Willys MB („Jeep“) – der Urtyp des Geländewagens
1940 suchte die US Army nach einem kleinen, robusten Allzweckfahrzeug. An der Ausschreibung nahmen die US-Unternehmen American Bantam (BRC), Willys-Overland Motor Company und Ford teil. Aufgrund des leistungsstärkeren Motors erhielt die 1912 von John North Willys gegründete Company Willys-Overland Motor den Großauftrag und produzierte bis zum Ende des zweiten Weltkriegs 370.000 Willys MB (M = Modell, B = zweite Version, MA war der Prototyp). Ford baute in Lizenz das gleiche Fahrzeug unter der Bezeichnung GP (G = Government use, P = Radstand-Kennzeichnung) und lieferte bis Kriegsende 270.000 Ford GP aus.
Wie entstand aus Willys MB bzw. Ford GP der Name „Jeep“
Es war Chef-Testfahrer Irving Red Hausmann von der Willys-Overland Motor Company der den Namen publik machte, und zwar im Februar 1941, als er den Willys MB der Presse vorstellte. Es ist überliefert, dass er bei der Pressevorstellung mit dem Willys MB die Treppe des Kapitols in Washington hochfuhr – begleitet von der Journalistin Katherine Hillyer. Wieder am Fuß der Treppe angekommen, fragte einer der Zuschauer, was das denn für ein Auto sei. Hausmanns Antwort: It’s a Jeep*. Journalistin Hillyer übernahm diesen Namen für ihren Washington Daily News Artikel – und damit war der Name Jeep für alle Zeiten etabliert und wurde sogar von der US Army als offizielle Bezeichnung akzeptiert.
Der Jeep wurde im zweiten Weltkrieg an nahezu allen Fronten eingesetzt. Er war sehr robust, einfach zu reparieren, beliebt bei den Soldaten und wurde hin und wieder auch liebevoll „Willys“ genannt.
Technische Daten Modell 1943
• Motor: Willys Go Devil, 2,2 L, 45 kW (61 PS)
• Antrieb: Hinterradantrieb + Frontantrieb
• Getriebe: 3 Gang + Geländeuntersetzung
• Höchstgeschwindigkeit: ca. 100 km/h
• Gewicht: 1053 kg
• Verbrauch: > 12 L / 100 km
• Sound Willys MB 1944
Nach dem Ende des zweiten Weltkriegs erfolgte bei der Willys-Overland Motor Company die Weiterentwicklung des Jeeps für die US-Army und parallel dazu ein „Civilian Jeep“ Modell. Seit 1953 wechselte die Marke mehrmals den Besitzer.
Heute gehört die Marke Jeep – nach der in 2021 erfolgten Fusion der Fiat Chrysler Automobiles mit der Groupe PSA – zum Automobilkonzern Stellantis. Stellantis besitzt jetzt die alleinigen Vermarktungsrechte für „Jeep“ und das markante O|O-Kühlergrilldesign mit den langen sieben abgerundeten Aussparungen.
* Aus Willys MB wird Jeep
Der Name des Militärfahrzeugs Jeep stammt aus dem Popeye Comic Strip „Eugene the Jeep“. Der alleinige Schöpfer der Figur „Eugene the Jeep“ im Popeye Comic Strip ist Elzie Crisler Segar (auch E. C. Segar). Der Name „Jeep“ war E.C. Segars Erfindung – ein Fantasiewort.
Eugene the Jeep ist ein geheimnisvolles Tier mit magischen und übernatürlichen Fähigkeiten. Die Comicfigur kann durch Wände und Decken gehen, Bäume besteigen, fliegen sowie scheinbar unmögliche Probleme lösen spricht aber nur ein Wort „Jeep“. Die Figur tauchte erstmals 1936 in US-Zeitungen auf.
US-Soldaten der Willys MB Testeinheit – 1940 /41 – nannten den Willys MA / MB „Jeep“ weil er überall hinkam, Hindernisse ignorierte, und magisch zuverlässig wirkte – sie sagten sinngemäß: „Der geht überall hin – genau wie die Comicfigur „Eugene the Jeep“. Entscheidend für die landesweite Verbreitung der Modellbezeichnung Jeep war aber Chef-Testfahrer Irving Red Hausmann von der Willys-Overland Motor Company im Februar 1941 als er den Willys MB der Presse vorstellte und ihn einer der Zuschauer fragte, was das denn für ein Auto sei. Hausmanns Antwort: It’s a Jeep. Die Presse übernahm diesen Namen in ihre Berichte und machte den Begriff somit landesweit bekannt.
Kopie der Original Zeichnung von E.C. Segar vom März 1936 für die Vorschau des ersten US Popeye Auftritts „Eugene the Jeep“ am 1. April 1936.
Ich wette, er hat Hunger – ich geh ihm etwas Spinat holen.
Oh, ist er nicht süß!!?